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Gehirn

Demenz

24. April 2026 Maria Oldendorf Comments Off

Demenzerkrankung

Was ist eine Demenz?

„Weg vom Geist“ respektive „ohne Geist“ – so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs „Demenz“ aus dem Lateinischen. Damit ist bereits das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben, nämlich die Verschlechterung
der geistigen Fähigkeiten bis hin zum völligen Verlust.

Neben der Gedächtnisstörung kommt es im Verlauf zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Sprache, des Auffassungs- und Denkvermögens sowie der Orientierung. Somit erschüttert eine Demenz das ganze Sein des Menschen – seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein
Erleben.

Häufigkeit der Demenz

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Demenz auftritt. Von den 60-Jährigen ist nur jeder Hundertste betroffen, von den 80-Jährigen dagegen fast jeder Sechste, und von den über 90-Jährigen sogar nahezu jeder Zweite. In Deutschland leiden gegenwärtig 1,8 Millionen Menschen an einer Demenz.

Die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz mit einem Anteil von circa 60 bis 65 Prozent. Mit etwa 20 bis 30 Prozent folgen die gefäßbedingten („vaskulären“) Demenzen.

Demenzsymptome, erste Anzeichen:

  • Gedächtnisprobleme / Vergesslichkeit
  • Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen
  • Probleme mit gewohnten Tätigkeiten
  • Räumliche und zeitliche Orientierungsprobleme
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Neue Sprach- und Schreibschwäche
  • Verlegen von Gegenständen
  • Eingeschränktes Urteilsvermögen
  • Verlust von Eigeninitiative und Rückzug aus dem sozialen Leben
  • Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens

Ursachen

Für Demenzerkrankungen wird eine Vielzahl verschiedener Ursachen beschrieben.

Warum die Alzheimer-Demenz entsteht, ist bislang noch nicht ausreichend
erforscht. Zu beobachten sind Eiweißablagerungen im Gehirn, die zum Absterben von Nervenzellen und damit verbunden zum Rückgang der Hirnmasse führen, sowie eine Verminderung eines für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs (Acetylcholin).

Bei gefäßbedingten Demenzen kommt es infolge von Durchblutungsstörungen
des Gehirns zum Absterben von Nervengewebe. Dabei hängt es vom Ausmaß der Durchblutungsstörung ab, wie ausgeprägt die Demenz ist. Als Hauptursachen gelten Faktoren, die generell das Risiko von Gefäßerkrankungen erhöhen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) und Rauchen.

Behandlung

Für die Mehrzahl der Demenzformen gibt es derzeit noch keine Therapie, die zur Heilung führt. Die wichtigsten Medikamente bei Alzheimer sind sogenannte Cholesterinesterase-Hemmer, die die Konzentration von Acetylcholin erhöhen und so das Gedächtnis und die Denkfähigkeit verbessern.

Zudem kann das Fortschreiten der Erkrankung durch kognitive Trainings, Gedächtnisübungen und Beschäftigungstherapien verlangsamt werden. Noch wirksamer ist es, stets auch Kraft und Koordination zu trainieren und soziale Kontakte zu pflegen. Ein Hauptziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und Angehörigen. Hier können auch Schulungen für pflegende Angehörige sinnvoll sein.

Prävention von Alzheimer

Auch wenn die Ursachen der Alzheimer-Demenz noch nicht hinreichend bekannt sind, lässt sich aus entsprechenden Studien ableiten, dass neben nicht veränderbaren Faktoren (wie Alter, Geschlecht und Genetik) und Vorerkrankungen auch Verhaltensweisen und Lebensumstände das Risiko beeinflussen, daran zu erkranken.

Wie Sie das Risiko minimieren:

  • regelmäßige körperliche Aktivität wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren
  • ausgewogene Ernährung, viel frisches Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch und hochwertige Pflanzenöle
  • geistige Aktivität, Herausforderungen suchen wie neue Sprache lernen, musizieren, Brettspiel oder Kreuzworträtsel
  • soziale Teilhabe, Beziehungen pflegen, Gespräche, gemeinsame Aktivitäten
  • Rauchen aufgeben und Alkohol reduzieren
  • Schlaf, erholsamer Schlaf regerneriert das Gehirn

Da der neurobiologische Krankheitsprozess bereits 15 bis 30 Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome beginnt, ist die Prävention vor allem ab dem mittleren Lebensalter relevant.

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