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Vorsicht Zecken !

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

hier finmden Sie noch ein paar interessante Informationen zur FSME Impfung:
Karte der FSME Risikogebiete
, Stand Februar 2019

Wer sollte sich impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grundimmunisierung oder entsprechende Auffrischungsimpfung mit einem für Kinder bzw. Erwachsene zugelassenen FSME-Impfstoff nach Angaben der Hersteller für Personen, die in FSME-Risikogebieten (www.rki.de/fsme-karte) gegenüber Zecken exponiert sind und Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind wie zum Beispiel Forstarbeiter, in der Landwirtschaft arbeitende Personen, sowie Laborpersonal (www.rki.de/stiko-empfehlungen).

Des Weiteren gilt eine Impfempfehlung bei möglicher Zeckenexposition für Reisen in FSME-Risikogebiete auch außerhalb Deutschlands (siehe auch "Wo bekommt man Informationen zur FSME-Situation im Ausland?"). Daher ist eine reisemedizinische Beratung wichtig. Tropeninstitute, darauf spezialisierte niedergelassene Ärzte und teilweise die Gesundheitsämter stehen als kompetente Anbieter zur Verfügung. Das Auswärtige Amt bietet ebenfalls Länder- und Reiseinformationen an.

Ist eine Impfung mit FSME für eine ungeimpfte Person nach einem Zeckenstich zur Prophylaxe sinnvoll?
Eine sofort begonnene FSME-Impfung kann eine Infektion mit größter Wahrscheinlichkeit nicht verhindern, zum einen, weil ein sicherer Schutz erst nach 2 Teilimpfungen erreicht wird und zum anderen, weil schützende Antikörper erst 7-14 Tage nach der Impfung gebildet werden. Bei einer bestehenden Teilimpfung wird der Schutz möglicherweise schneller erreicht; Evidenz für eine tatsächliche Schutzwirkung nach Zeckenstich steht jedoch auch in diesem Fall aus. Bei bestehender Indikation für eine FSME-Impfung kann es sinnvoll sein, nach einem Zeckenstich ca. vier Wochen mit der FSME-Impfung zu warten, da die nach einer eventuellen Infektion gebildeten Antikörper nicht von impfinduzierten Antikörpern unterschieden werden können. Bei auftretendem FSME-Verdacht wäre die serologische Diagnose daher erschwert. Besteht jedoch weiterhin ein hohes Infektionsrisiko, kann es dennoch sinnvoll sein, sofort nach einem Zeckenstich zu impfen. Eine Prophylaxe durch eine passive Impfung mit FSME-Immunglobulinen steht nicht zur Verfügung, da entsprechende Präparate seit 2003 in Deutschland nicht mehr zugelassen sind. Lesen Sie auch: „STIKO antwortet auf häufig gestellte Fragen (FAQ)“: STIKO Zur Impfung nach Zeckenstich, Epid Bull 15/07.

Darf man während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit gegen FSME impfen?
Da es sich bei dem FSME-Impfstoff um inaktiviertes FSME-Virus handelt, ist eine indizierte Impfung grundsätzlich auch während der Schwangerschaft möglich, solange nicht andere Gründe dagegen sprechen. Dabei sollte auch das spezielle individuelle Expositionsrisiko berücksichtigt werden, zum Beispiel vermehrt Spaziergänge in freier Natur mit dem Säugling in einem Risikogebiet. Eine Impfung ist zudem kein Grund für das Aufschieben einer geplanten Schwangerschaft. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten allerdings grundsätzlich nur dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden, um zu verhindern, dass die in der Frühschwangerschaft häufigen Fehlgeburten oder sehr selten auftretende Fehlbildungen fälschlicherweise mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden und so im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden.
Stillen ist keine Kontraindikation für eine FSME-Impfung der Mutter.

Ist eine Impfung gegen FSME bei Kindern sinnvoll und ab welchem Alter empfohlen?
Bei Kindern verlaufen die Erkrankungen im Allgemeinen leichter als bei Erwachsenen, vorwiegend als Meningitis (Hirnhautentzündung), seltener als Enzephalitis (Gehirnentzündung). In einer Auswertung prospektiv erhobener Daten von insg. 1001 FSME-Patienten aus Baden-Württemberg wurden bei Kindern in ca. 25% der Fälle der Verlauf als schwerwiegend eingestuft, bei Erwachsenen dagegen bei 50%. Überdies wurde, im Vergleich zu Erwachsenen mit 30-40% der Fälle, bei Kindern deutlich seltener (ca. 2%) über neurologische Folgeschäden berichtet (Kaiser R. Frühsommer-Meningoenzephalitis Prognose für Kinder und Jugendliche günstiger als für Erwachsene. Deutsches Ärzteblatt. 2004;101(33):C1822-C6.). Im Einzelfall kann nicht vorhergesagt werden, ob eine Infektion blande oder schwerer verläuft (Hansson ME, Orvell C, Engman ML, Wide K, Lindquist L, Lidefelt KJ, et al. Tick-borne encephalitis in childhood: rare or missed? The Pediatric infectious disease journal. 2011;30(4):355-7. Epub 2011/03/18).

Bei Kindern ist die Gefahr besonders groß von einer Zecke gestochen zu werden, da sie sich viel im Freien aufhalten. Da die Impfung den einzigen wirksamen Schutz vor einer FSME-Erkrankung darstellt, sollten die Risiken sorgfältig abgewogen werden. Auch wenn Fieber (über 38°C) nach der Impfung bei circa 15% der ein- bis zweijährigen Kinder und bei 5% der Drei- bis Elfjährigen auftreten kann, gibt es keine vergleichbar effektive alternative Präventionsmaßnahme. Eine spezifische Behandlung gibt es im Falle einer Erkrankung nicht. Daher sollte sich die Impfindikation bei Kindern ähnlich wie bei Impfungen für Erwachsene nach dem Expositionsrisiko richten, dies gilt auch für Kinder unter 3 Jahren. Im Übrigen gelten für den Kinder-Impfstoff wie für den Erwachsenen-Impfstoff die in Tabelle 2 der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) dargelegten Grundsätze einer Indikationsimpfung einschließlich der in der Tabelle enthaltenen Hinweise zu Risikogebieten und zur Saisonalität der Erkrankung.

Weiter Antworten auf Fragen finden Sie unter:
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html

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